Es gibt wieder Literatur aus dem Dunkeln!

Am 2. April lesen Jutta Heinze, Andreas Brüning und Mechtild Lutze in der Spukvilla, Albrechtstr. 110 in Berlin Tempelhof aus ihren Reisen in andere Welten.

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Lesung in der Spukvilla

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Mechtild Lutze „Menschen mit Behinderung leben viel zu häufig in Parallelwelten “

Versucht man Mechtild Lutzes Lebenslauf zu folgen, findet man sich auf einem rasanten Zickzack-Weg wieder, auf dem bald keine Wendung mehr undenkbar erscheint. Unsere Autorin beendete in der Nähe von Osnabrück die Hauptschule, um darauf  eine Ausbildung zur Arzthelferin zu machen. Unzufrieden mit diesem Beruf, entschied sie sich für eine Wendung in ihrem Leben und holte das Abitur nach: anderthalb Jahre in der Abendrealschule und drei Jahre im Abendgymnasium. Nach einem Auslandsaufenthalt in England zog es sie nach Berlin, wo sie zunächst Geographie studierte, aber nach einem Jahr zu den Sozialwissenschaften wechselte – Soziologie, Politik, Psychologie und Pädagogik reizten sie doch mehr. Weiterlesen

Drei gelebte Geschichten aus dem Ozean der Anderssehenden

Die zweite Lesung ist vorbei und wir freuen uns über die positive Resonanz! Am 16. November 2013 haben sich 60 Menschen im Familienzentrum der ufa Fabrik zusammengefunden. Dieses Mal, um den Texten von Jutta Heinze, Michaela Gericke und Birgit Schönberger zu lauschen.

Wir träumten uns nach Australien, wagten uns blind in einen Ozean und überstanden kleine und große Gefahren. Wir ließen uns wieder einmal in neue Welten entführen und von Lebensgeschichten berühren. Ein gediegener Orangensaftempfang – wir befanden uns schließlich im Familienzentrum – ließ wieder Sehende und Blinde, Autorinnen und Zuhörer, und Menschen aus verschiedensten Richtungen zusammenkommen.

Nach der Lesung kamen wir mit den Biografiepaten (Biografiegeber/innen) ins Gespräch, die gern öffentlich Fragen beantworten wollten und uns den Wert des Projektes aus ihrer Sicht erklärten. Im Mittelpunkt stand hier das Vertrauen der Biografiepaten, die ihre Lebensgeschichte einer Schriftstellerin zur fiktionalen Weiterentwicklung in die Hände gegeben hatten und sich in diesen Erzählungen neu entdecken konnten.

Michaela Gericke: „Eine Mischung aus Faszination und der eigenen Angst vor der Dunkelheit“

Die waschechte Berlinerin arbeitet als freiberufliche Journalistin.

Michaela Gericke beschreibt sich selbst als einen sehr visuellen Menschen: Sie muss die Dinge gesehen haben, um sie zu Papier zu bringen. Umso spannender war die Erfahrung für sie, auf einen blinden Menschen zu treffen, der ihr seine Welt beschrieb, ohne sie jemals mit den Augen erfasst zu haben.

Michaela Gericke ist begeisterte Radiojournalistin. Schon vor ihrem Studium der Soziologie, Publizistik, Theaterwissenschaften und Psychologie wusste sie, dass sie für dieses Medium schreiben wollte. Ihre Themen drehen sich vor allem um bildende Kunst, sie porträtiert Fotografen, Künstler und Musiker, besonders gern auch Menschen aus dem Backstage; sie schreibt Reportagen, auch über das, was am Rande der Gesellschaft passiert und publiziert das in öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten. Weiterlesen

Die nächste Lesung am Samstag, den 16. November!!

Diesmal lesen für euch: Jutta Heinze, Michaela Gericke und Birgit Schönberger!

Wie wird ein Leben mit den Ohren wahrgenommen? Wie mit den Händen?
Das inklusive Biografiepatenprojekt soll ein Fenster in die Welt des ANDERS-SEHEN eröffnen. Acht Menschen, die von Geburt an oder im Laufe ihres Lebens das Augenlicht verloren haben, vertrauen acht Autorinnen ihre Geschichte an. Zwei sehr unterschiedliche Lebenswelten stoßen hier aufeinander: „Die Sehenden sehen den Matchball bei einem Tennisturnier und die Blinden hören ihn“, sagt die blinde Biographin und Autorin Daniela Preiß. Sie ist selbst begeisterter Tennisfan und fährt gern zu Turnieren, um die Spiele zu hören.
Wir laden euch ein, euch mit uns auf neue Sichtweisen und Perspektiven einzulassen.

ab 17:00 im “Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum (NUSZ) auf dem Gelände der ufaFabrik e.V.” im Familientreffpunkt, Viktoriastr.13, 12105 Berlin.

Birgit Schönberger: „Vorsicht Atomkraft!“

Birgit Schönberger ist eine Journalistin und Coach.

„Diese potthässliche Blindenbinde sieht aus wie ein Vorsicht-Atomkraft Zeichen!“, hat Birgit Schönberger ihre Biografiepatin sagen hören. Dieser temperamentvollen, durchsetzungsstarken Frau gerecht zu werden, ist ihr ein besonderes Anliegen. Was tut eine, die fast nichts sieht, wenn sie einen Raum betritt? Wie orientiert sie sich? Birgit Schönberger weiß inzwischen, dass ein Blindenstock nicht immer nur hilfreich ist, sondern auch isolieren kann. Denn wer würde eine Frau nach dem Weg fragen, auf deren Arm drei schwarze Punkte auf gelbem Untergrund leuchten? Weiterlesen

Elisabetta Abbondanza

Ist eine deutsch-italienische Schriftstellerin, Lyrikerin, Drehbuchautorin und Publizistin.

„Wir sehen anders“ hat die junge blinde Biografiepatin zu Elisabetta Abbondanza gesagt und genau das ist es, was sie an diesem Projekt so fasziniert. Sie wollte dieses Anderssehen kennen lernen, auch wenn sie anfangs noch Angst vor der Konfrontation mit der Tatsache des Blindseins verspürte.

Elisabetta Abbondanza hat bis zu ihrem Abitur im 18. Lebensjahr in Italien gelebt und ist dann zum Studium nach Deutschland gekommen, um die deutschen Wurzeln ihrer Familie kennen zu lernen. Die deutsche Philosophie hatte es ihr angetan, deshalb schrieb sie sich in München für Philosophie mit dem Nebenfach Germanistik ein. Nach dem Magisterabschluss wandte sie sich vollends der Germanistik zu und promovierte über einen Briefwechsel zwischen Rudolf Borchardt und Rudolf Alexander Schröder. Weiterlesen

Jutta Heinze

Jutta Heinze aus Berlin kam über ihren Beruf als Lehrerin zum Schreiben. Nachdem sie anfänglich als Ausgleich zum Berufsalltag begann eigene Texte zu verfassen, ist sie nun begeisterte Autorin, die sich immer weiter entwickeln möchte.

Jutta Heinze entdeckt gern Neues, wie man an ihrem Lebenslauf unschwer erkennen kann. Nach zehn Jahren Beamtenlaufbahn als Regierungsinspektorin entschied sie sich, noch einmal von vorn zu beginnen und wurde nach einem weiteren Studium Lehrerin in Berlin-Neukölln. An einer Gesamtschule mit reformpädagogischem Ansatz fand sie ihre ersten Impulse, um selbst zu schreiben. Denn nachdem sie die Kinder dafür begeistert hatte, zur Feder zu greifen, konnte auch sie selbst nicht mehr davon lassen. Weiterlesen

Larissa Böhning: „Je differenzierter die Wahrnehmung, desto differenzierter der Text.“

Die Schriftstellerin Larissa Boehning ist Autorin für unser Projekt.  Mit dem erfolgreichen Vorläuferprojekt Erzählpaten gab sie uns den Anstoß für eine Auseinandersetzung mit den Lebensgeschichten blinder und sehbehinderter Menschen.

Als Autorin für das Biografiepaten-Projekt betritt Larissa Boehning Neuland. Sie hat uns erzählt, dass sie zu Beginn ihrer Geschichte, von ihrem visuellen Schreibstil geprägt, zuerst einmal begann die Gegenstände im Raum zu erfassen. Bis sie bemerkte, dass sie gerade dabei ist, die Geschichte aus dem Blickwinkel einer Sehenden zu schreiben! Weiterlesen